Maschenprobe stricken – warum sie sich wirklich lohnt 🧶

Maschenprobe stricken – warum sie sich wirklich lohnt 🧶

Inhaltsverzeichnis

    Du hast das perfekte Garn gefunden, die Farbe steht fest und am liebsten möchtest du sofort mit deinem neuen Projekt loslegen. Und dann steht da in der Anleitung:

    „Bitte unbedingt eine Maschenprobe anfertigen.“

    Ganz ehrlich: Die Versuchung ist groß, diesen Teil einfach zu überspringen. 😉

    Doch gerade bei Pullovern, Cardigans, Mützen oder anderen Projekten, bei denen die richtige Größe wichtig ist, kann dir eine kleine Maschenprobe später viel Ärger ersparen.

    Was ist eigentlich eine Maschenprobe?

    Mit einer Maschenprobe überprüfst du, wie viele Maschen und Reihen du mit deinem Garn, deinen Nadeln und deiner persönlichen Strickweise auf einer bestimmten Fläche erreichst.

    In Strickanleitungen findest du zum Beispiel eine Angabe wie:

    22 Maschen × 30 Reihen = 10 × 10 cm

    Das bedeutet: 22 Maschen in der Breite und 30 Reihen in der Höhe sollten nach dem Stricken ein Quadrat von 10 × 10 cm ergeben.

    Und genau hier liegt der entscheidende Punkt:

    Jeder Mensch strickt ein bisschen anders.

    Die eine strickt eher locker, die andere etwas fester. Deshalb kann dasselbe Garn mit derselben Nadelstärke bei zwei Personen unterschiedlich groß ausfallen.

    Warum ist die Maschenprobe so wichtig?

    Stell dir vor, deine Anleitung geht von 20 Maschen auf 10 cm aus.

    Du kommst aber auf 18 Maschen auf 10 cm.

    Das klingt zunächst nach kaum einem Unterschied. Bei einem Pullover mit 200 Maschen Umfang kann sich diese kleine Abweichung jedoch deutlich bemerkbar machen.

    Das Ergebnis: Dein fertiges Stück wird möglicherweise größer als geplant.

    Andersherum gilt natürlich dasselbe: Hast du mehr Maschen auf 10 cm als angegeben, kann dein Projekt zu klein werden.

    Bei einem Schal ist das vielleicht nicht besonders schlimm. Bei einem Pullover, einer Jacke oder einer passgenauen Mütze dagegen schon. 😉

    So machst du eine Maschenprobe richtig

    Stricke deine Probe am besten etwas größer als die später benötigten 10 × 10 cm.

    Wenn in deiner Anleitung beispielsweise 20 Maschen auf 10 cm angegeben sind, solltest du nicht exakt 20 Maschen anschlagen. Nimm lieber einige Maschen mehr.

    So kannst du später in der Mitte deiner Probe messen. Die Randmaschen können das Ergebnis nämlich etwas verfälschen.

    Anschließend gehst du so vor:

    1. Stricke die Probe im gleichen Muster, das später auch für dein Projekt verwendet wird.
    2. Stricke ein ausreichend großes Stück, idealerweise etwa 12–15 cm breit und hoch.
    3. Wasche bzw. behandle die Probe so, wie du später auch dein fertiges Strickstück behandeln würdest.
    4. Lass sie vollständig trocknen.
    5. Lege die Probe flach und markiere mit einem Maßband 10 cm in der Breite und 10 cm in der Höhe.
    6. Zähle innerhalb dieser Fläche deine Maschen und Reihen.

    Jetzt kannst du dein Ergebnis mit der Angabe aus der Anleitung vergleichen.

    Meine Maschenprobe stimmt nicht – was nun?

    Keine Sorge – genau dafür hast du sie gemacht. 🤎

    Du hast zu viele Maschen auf 10 cm?
    Dann strickst du wahrscheinlich etwas fester als vorgesehen. Probiere eine größere Nadelstärke.

    Du hast zu wenige Maschen auf 10 cm?
    Dann ist dein Gestrick wahrscheinlich lockerer. Probiere eine kleinere Nadelstärke.

    Danach machst du am besten noch einmal eine kleine Probe.

    Die auf der Banderole angegebene Nadelstärke ist übrigens immer nur eine Empfehlung. Entscheidend ist, welches Ergebnis du für dein Projekt benötigst.

    Waschen der Maschenprobe – wirklich notwendig?

    Bei vielen Projekten: ja.

    Garne können sich nach dem ersten Waschen verändern. Manche werden weicher, andere entspannen sich und wieder andere verändern ihre Maße etwas.

    Gerade Naturfasern wie Merino oder Alpaka können sich nach dem Waschen anders verhalten als direkt von der Nadel.

    Wenn du also einen Pullover strickst, den du später selbstverständlich waschen möchtest, sollte auch deine Maschenprobe vorher einmal gewaschen werden.

    So weißt du deutlich besser, wie sich dein fertiges Projekt später verhält.

    Wann kann ich auf eine Maschenprobe verzichten?

    Nicht jedes Projekt verlangt nach mathematischer Präzision.

    Bei einem einfachen Schal, einer Decke oder einem Projekt, bei dem ein paar Zentimeter mehr oder weniger keine große Rolle spielen, kannst du manchmal darauf verzichten.

    Bei Pullover, Cardigan, Mütze, Socken und anderen Kleidungsstücken würde ich sie dagegen immer empfehlen.

    Denn 20 Minuten für eine Maschenprobe sind meistens angenehmer als viele Stunden Ribbeln. 🧶😉

    Kleiner WollStory-Tipp 🤎

    Wenn du ein neues Garn zum ersten Mal verwendest, lohnt sich die Maschenprobe gleich doppelt.

    Du findest nicht nur heraus, ob deine Maschenzahl stimmt, sondern bekommst auch ein Gefühl dafür, wie sich das Garn verstricken lässt, wie das Maschenbild aussieht und wie sich das Material nach dem Waschen anfühlt.

    Und manchmal merkt man dabei sogar, dass eine andere Nadelstärke ein viel schöneres Maschenbild ergibt.

    Du bist dir bei deinem Garn unsicher?

    Wenn du nicht weißt, welche Nadelstärke zu deinem Projekt passt oder welches Garn sich für deine Idee eignet, schreib uns gerne.

    Wir helfen dir bei WollStory persönlich weiter und schauen gemeinsam, welches Garn zu deinem nächsten Herzensprojekt passt. 🧶🤎

    Viel Freude beim Stricken!

    Deine Elena von WollStory
    Wolle für Herzensprojekte